2000 JAHRE GEWERBE - HISTORISCHE STREIFZÜGE DURCH DIE NEUSTRASSE


DAS FORUM

Ein verschollenes römisches Monument Zwischen den Kaiserthermen und dem heutigen Stadttheater lag das Forum als größter zusammenhängender Baukomplex der römischen Stadt.

Mit einer Länge von ungefähr 300 Metern, drei Platzanlagen, der Marktbasilika und mehrgeschossigen Ladenhäusern war es das Verwaltungs- und Wirtschaftszentrum der römischen Metropole Augusta Treverorum.

Heute im Stadtbild nicht mehr präsent, findet man bedeutende Reste des Forums versteckt in den Kellern der Neustraße. Die Lage der Marktbasilika ist im geraden Straßenverlauf der südlichen Neustraße erkennbar geblieben.



DIE NEUSTRASSE
Das römische Marktzentrum Triers

Zentraler Bestandteil des römischen Forums war die Marktbasilika. Sie erhob sich über der heutigen Neustraße zwischen Kaiser- und Viehmarktstraße.

Bereits im 1.Jh.n.Chr. erbaut, wurde sie unter Kaiser Konstantin zu einem monumentalen Saalbau von 100 x 21 Metern Größe erweitert. Die starken Längsmauern lassen eine gewaltige Höhe rekonstruieren. Marmorsäulen gliederten den Innenraum.

Der Fußboden war mit verschiedenfarbigen Granit-, Marmor- und Porphyrplatten ausgelegt. Im Norden und Süden schlossen beheizte Räume den Bau ab, die mit ornamentalen Mosaikfußböden geschmückt waren.



EIN LÄNGST VERGESSENER RÖMISCHER MONUMENTALBAU

Mit dem Ende der römischen Epoche, führte ein neuer Straßenzug, die nova platea, durch die zunehmend verfallende Marktbasilika.

Die Längsmauern der Ruine wurden in die neuen Wohn- und Geschäftshäuser integriert. Beeindruckende Reste dieser Ziegelwände lassen sich noch heute in den mittelalterlichen Kellern wiederfinden. Sie geben Zeugnis von der Größe und Bedeutung eines fast vergessenen römischen Monumentalbauwerkes.



WOHNTURM UND MASSWERK
Mittelalterliches Stadtleben

Erste mittelalterliche Steinbauten, sogenannte Wohntürme- setzten mit dem Bau der neuen Stadtmauer ein.

Bis 1877 begrenzte das mittelalterliche Neutor am Ende der Neustraße die Stadt Richtung Süden. Im Spätmittelalter erlebte die damalige nova platea, später nuwegasse eine abermalige Blütezeit.

Giebelständige Häuser mit reich dekorierten Maßwerkfenstern prägten nun das Straßenbild. Mehrgeschossige Gewölbekeller dienten als Lager
für die Weine der Lagen „Neugasse“, „Neuthor“ und „St. Gervasius“.



MITTELALTERLICHER BAUDEKOR

Die Fenster und dekorativen Elemente an vielen Häusern lassen noch heute den mittelalterlichen Ursprung erkennen.

Das Spektrum reicht von einfachen Dreißpaßfenstern bis hin zu aufwendigen Maßwerkformen.

So lohnt bei einem Besuch nicht nur das Verweilen vor den hübschen Auslagen der heutigen Geschäfte, sondern auch ein Blick auf die Details des Ensembles der denkmalgeschützten Häuser.



ORNAMENT UND LINIE

In kaum einer anderen Straße Triers liegen die Baustile vergangener Tage so eng zusammen wie in der Neustraße.

In ihrem Zentrum erhebt sich die Fassade des ehemaligen Franziskanerinnenklosters St. German.

Auf den alten Parzellen des Mittelalters entstanden im 17. und 18. Jh. neue Wohnhäuser.

Zahlreiche Gasthäuser luden einst zum Verweilen ein. Einzigartig ist heute der Wechsel von verspielten Formen des Rokoko und der schlichten Klarheit des frühen 19. Jahrhunderts.

Barocke Dekorationsfreude und die verhaltene Würde der klassizistischen Bürgerhäuser sind eine Entdeckungsreise durch die Neustraße wert.



RÜCKBLICK UND AUFBRUCH
Die Zeit um 1900

In Form eines „patchworks“ entstanden um 1900 Fassaden von überbordenden Dekorationselementen.

Namhafte Architekten entwarfen auf kleinstem Raum mondäne Fassaden.

Der Beginn einer neuen Architektur wurde mit dem ehemaligen Kaufhaus am Nordrand der Neustraße eingeläutet.